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Evangelische Kirchen gegen Rechtsextremismus

Erklärung des Evangelischen Oberkirchenrates A.u.H.B. in Österreich

Aufgrund der Kandidatur von Barbara Rosenkranz für das Amt des Bundespräsidenten/der Bundespräsidentin sehen wir uns veranlasst, klarzustellen:

Wir halten strikt am Verbotsgesetz fest. Die Forderung nach teilweiser Aufhebung des Verbotsgesetzes unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit öffnet dem Beschönigen und Relativieren der Verbrechen des NS-Regimes Tür und Tor. Das Verbotsgesetz zu relativieren ist nicht eine Frage der Meinungsfreiheit, sondern die Leugnung historischer Fakten. Diese Haltung stellt dadurch einen Angriff auf unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und alle anderen Opfer dar und ist mit der Kandidatur für und der Übernahme von politischen Funktionen unvereinbar. Dies gilt auch unbeschadet der Tatsache, dass erst aufgrund des öffentlichen Drucks eine Distanzierung erfolgt ist, die zudem in manchen Punkten die nötige Klarheit vermissen lässt.

Wir sind erschrocken darüber, dass sich nicht mehr nur Rechtspopulismus im Land breitmacht, sondern rechtsextreme Ideen vom Rand immer stärker in die Mitte rücken. Hier braucht es eine klare, unzweideutige Abwehrhaltung aller, die in der Politik Verantwortung tragen. Die zentralen Inhalte rechtsextremistischer Ideologie beruhen auf einem starren Freund-Feind-Schema und stehen im Widerspruch zu den christlichen Werten. Die Bibel verkündet die allen Menschen geschenkte Menschenwürde und widerspricht damit der von Rechtsextremen verbreiteten Ideologie, dass bestimmte Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion weniger Wert hätten als andere.

Wir nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass dieses Gedankengut nicht mehr nur in privaten, kleinen Kreisen, sondern öffentlich vertreten wird. Die neuerliche Schmieraktion an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist nur ein - allerdings besonders verabscheuungswürdiges - Zeichen dafür. Hier darf es kein Wegschauen geben! Wir ermuntern jeden und jede: Schauen Sie nicht weg, wenn in Ihrer Umgebung rechtsextreme Haltungen deutlich werden, widersprechen Sie den einfachen Parolen, werden Sie aktiv, wenn Menschen zu Opfern von Vorurteilen und Intoleranz werden.

Alle Verantwortlichen in den Gemeinden, Werken und Einrichtungen unserer Kirchen rufen wir auf, diesem Ungeist entgegenzuwirken. Wir regen an, das Thema in Veranstaltungen der Pfarrgemeinden, im Religionsunterricht, in der Kinder- und Jugendarbeit aufzugreifen und dazu die Kooperation mit Partnern aus der Zivilgesellschaft zu suchen. Alle Christinnen und Christen rufen wir auf, von ihrem demokratischen Recht der Wahl Gebrauch zu machen und sich aus ihrem Glauben heraus in die gesellschaftlichen Anliegen einzubringen.

Die Kunst des Müßiggangs

In der säkularisierten Gesellschaft gilt als gutes Leben vor allem das reiche, erfüllte Leben …Wer doppelt so schnell handelt, kann praktisch zwei Lebenspensen in einem unterbringen.
(Hartmut Rosa, Soziologe und Beschleunigungsforscher)

Tretet hin an die Wege und schaut und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele!
(Gott, Schöpfer und Erhalter)

Wir leben in einer „Beschleunigungs­gesellschaft“, in der das Gefühl des Gehetztseins zum Dauerzustand geworden ist. Was wir bräuchten, wären nicht allein Erholungsphasen, sondern Stunden der Ruhe, in denen wir Herr über unsere Zeit sind und einmal gar nichts machen müssen. Solche Momente wären Balsam für unsere sozialen Beziehungen, unsere Gesundheit, unsere Phantasie und Kreativität.
Das Problem ist, dass uns in unserer Freizeit nicht selten auch die Zeit knapp wird. Denn nun drängt, was wir lange aufgeschoben haben: endlich mal mit den Kindern etwas machen, Hobbys pflegen, Sport treiben …

Warum fällt es uns so schwer zur Ruhe zu kommen?

Nun, das liegt zum einen daran, dass unser Lebenstempo ein gesellschaftliches Problem ist. Wenn alle rennen, kann ich nicht einfach langsamer laufen. Außerdem gilt Nichtstun gesellschaftlich nach wie vor als unproduktiv und öde, und so setzen wir uns selbst in unserer Freizeit unter Erfolgsdruck. Kein Wunder, dass sich die ersehnte innere Ruhe so nicht einstellen will.
Und auch der Wohlstand, um dessentwillen wir all das auf uns nehmen, gereicht uns nicht zu Segen. Er beschert uns eine Fülle zusätzlicher Wahlmöglichkeiten – von unzähligen Fernsehkanälen und Handytarifen bis zu einer Fülle von Joghurtmarken. Mit jeder Wahl, die wir treffen, verzichten wir zwangsläufig auf die Alternativen – das schmerzt! Also versuchen wir es mit mehr Konsum: mehr Büchern, mehr CDs und immer exotischeren Freizeitangeboten.
Dabei hat die Kunst des Müßiggangs mit einer inneren Haltung zu tun: weniger ist oftmals mehr. Ich verpasse nicht das Leben, wenn ich nicht alles habe und alles tue, was im Moment en vogue ist.

Wie wir zu dieser Lebenshaltung finden können?

Indem wir ein Geschenk ganz neu ernst nehmen, das Gott seinem Volk gemacht hat und das zu den größten kulturhistorischen Errungenschaften unserer Zivilisation gehört:
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes.
Da sollst du keine Arbeit tun!
Das ist der Weg der Vorzeit: Am Sabbat erinnert sich Gottes Volk seiner Geschichte. Man liest in den alten Texten, erzählt, was man mit Gott erlebt hat, singt, betet, isst und trinkt miteinander!
Und lernt dabei, dass wir unser Leben Voraussetzungen verdanken, die wir nicht selbst geschaffen haben.
Ich lade Sie ein, die Fastenzeit 2010, die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest einmal unter diesem Gesichtspunkt zu sehen und für sich auszuprobieren, ob das nicht ein guter, sinnvoller Weg sein kann zu mehr Ruhe und Muße und Zufriedenheit.
Ihr Pfarrer Christian Brost

Vom Versuch der Freiheit


Die ehemalige Synagoge und nunmehrige Lutherkirche Stockerau öffnete sich für Experimente im Zusammenklang der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam: Der Sonn­tag­abend des 21. Februar 2010 lud ein zu Texten aus Quellen religiöser Mystik und Klangcollagen, die verbindende Elemente zwischen den Religionen suchten.
Konfrontation und Gewalt ist keine Lösung. Sorgfältiges Begegnen und Kennenlernen ist Gebot der Stunde. Unter dem Thema „Vom Versuch der Freiheit – eine Spurensuche in den abrahamitischen Religionen“ gestalteten der evangelische Theologe Moritz Stroh (Textauswahl, Sprecher) und der Organist und Komponist Martin Zeller (Orgel, Soundinstallation) einen Abend der interreligiösen Begegnung.

Projekt Lebensraum: Wie geht es weiter?

Trotz heftigen Winters sind die Vorarbeiten zum Heizungseinbau – auch dank tollem Einsatz der ehrenamtlichen Helfer - gut vorangekommen. Im Keller wurde alles für den Einbau der Pelletsheizung vorbereitet – das war mehr Arbeit, als es klingt …

Bitte spenden Sie weiter!

Bei der Gelegenheit möchten wir herzlich Dank sagen für die Spenden, die uns für das Projekt Lebensraum erreichen. Wir sind für jeden Euro dankbar! Bitte lassen Sie uns auch weiterhin nicht im Stich: Im Eingangsbereich der Kirche steht unsere „Spendenkirche“, an der der Spendenstand ersichtlich ist und der weitere Finanzbedarf. Sehr freuen wir uns auch über Dauer­aufträge, die manche zugunsten des Projektes eingerichtet haben. Hier noch einmal die Kontonummer unseres Spendenkontos für das Projekt Lebensraum:
Evang. Pfarrgemeinde Stockerau, Kontonummer: 146050
RAIBA Stockerau (BLZ 32842)

Um die alte Heizung abzubauen, brauchen wir nun den Frühling.

Ostern in der Lutherkirche

Geplant ist, bis Ostern in der Lutherkirche Gottesdienst zu feiern. Am Ostersonntag beginnen wir um 5 Uhr früh mit der Osternacht, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Noch im Dunkeln geht es los.
Mit biblischen Texten und eingängigen Liedern erleben wir miteinander die Geschichte Gottes mit uns Menschen, wir freuen uns über das Licht und das Leben, wir erinnern uns an unsere Taufe und feiern miteinander Abendmahl…
Um 6 Uhr schließt das Osterfrüh­stück an und um 10 Uhr der Fami­li­en­gottesdienst mit anschließendem Gemeindekaffee.

Umzug in die Friedhofskapelle

Nach der Konfirmation am Oster­mon­tag heißt es dann für wenigstens ein Vierteljahr gottesdienstlich umzuziehen – und zwar in die Kapelle beim Friedhof, die uns von der Stadt freundlicherweise an den Sonntagen zur Verfügung gestellt wird. An der Gottesdienstzeit verändert sich nichts, die bleibt bei 10 Uhr. Achtung: der Kindergottesdienst findet nach wie vor im Gemeindesaal statt!
Also, ab 11.4. bitte ein Stück wei­ter gehen oder fahren bis zur Fried­hofskapelle. Für die Orts­­un­kundigen: einfach die Schieß­stattgasse geradeaus (!) bis zum großen Parkplatz auf der linken Seite.
Pfr. Christian Brost

Freud & Leid

Runden Geburtstag feiern:

Im März und April:

Edith Krondraf, Stockerau
Gesa Hoffmann, Stockerau
Leopold Möslinger, Stockerau
Silvia Pribyl, Stockerau
Oliver Simandl, Stockerau
Mathias Montsch, Spillern
DI Gerald Mayerhuber, Großmugl
Andreas Hammermüller, Hollabrunn
Elsbeth Märker, Stockerau
Roland Vilics, Unterzögersdorf
Achim Jakob, Stockerau
Jörg Eiseler, Stockerau
Erna Jorde, Unterrohrbach
Georg Dybek, Stockerau
Rosa Bowman, Hollabrunn
Margret Heinisch, Stockerau
Werner Goll, Aspersdorf
Peter Raunig, Stockerau
David Salzgeber, Stockerau
Bela Kövari, Stockerau
Ing. Helmut Bitt, Hollabrunn
Monika Stöckelmayer, Stockerau
Mag. Dr. Christine Plattner, Sierndorf
Andreas Halmetschlager, Göllersdorf
Michael Feigl, Stockerau
Gerhard Riefenthaler, Spillern

Neu begrüßen wir:

Franziska Blauensteiner, Stockerau
Roman Blauensteiner, Stockerau
Mag. Cornelia Huber, Wien
Miriam Zillner, Bruderndorf

Getauft wurde:

Christoph Plattner, Sierndorf
Ronja Pinter, Hausleiten

Verstorben sind:

Hildegard Egger, Spillern

Demnächst: Begegnung mit Or-Chadasch


Rabbi Dr. Walter Rothschild lebt mit seiner Familie eigentlich hauptsächlich in Berlin. Er ist aber auch Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde in Wien. Wir freuen uns, dass er uns am
27. März ab 19 Uhr
nach einer gemeinsamen Andacht eine Einführung in jüdische Spiritualität, Liturgie und Bräuche geben wird. Büchertisch und Agape sind geplant. Wir werden entdecken, wie sehr Christentum und Judentum wechselseitig in Beziehung zueinander stehen. Herzliche Einladung zu einer interessanten Begegnung!

Am 17. April, ab 10 Uhr sind wir eingeladen, die jüdische Synagoge in 1020 Wien, Robertgasse 2 zu besuchen. Nach einer Führung werden wir am Gottesdienst teilnehmen. Dann wird es Möglichkeit zu Austausch und Gespräch geben. Aufgrund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten in der Synagoge können maximal 10 Personen mitfahren! Wir bitten daher um Anmeldung im Pfarramt und um Verständnis, sollten Sie keinen Platz mehr bekommen!

Demnächst: Barock&Co

Unter dem Synonym “Barock & Co” treten Kurt Gold-Szklarski (Tasteninstrumente) und Géza-Michael Vörösmarty (Trompeten) seit einigen Jahren vor allem in Kirchen mit Programmen auf, die thematisch auf das Kirchenjahr abgestimmt sind und viele Jahrhunderte der Musikgeschichte beinhalten. Mit ihren Instrumenten scheuen sie auch nicht davor zurück, die verschiedenen Stilrichtungen miteinander zu kombinieren und dadurch erfrischend neue Interpretationen zuzulassen. Am
Palmsonntag, 28.3., 19:00
laden sie - unter dem Titel “Passione” mit Werken von Bach, Telemann, Piazzolla, Andrew Lloyd-Webber u.a. musikalisch zur Besinnung auf die beginnende Karwoche ein. Dieser besondere Abend beginnt mit dem Palmsonntagsgottesdienst um 18:00 Uhr.
Um Spenden wird gebeten, der Erlös kommt unserem Projekt Lebens­raum zugute.
Gert Lauermann

Unsere KonfirmandInnen 2010

Eine verschworene Gemeinschaft

Eine große und muntere Konfirman­dinnen- und Konfir­mandenschar ist es, die sich im letzten dreiviertel Jahr auf die Konfirmation vorbereitet hat. Viele kannten sich vom gemeinsamen Schulbesuch am Stocke­rauer Gymnasium. Aber auch die ‚Neuen’ waren schnell integriert. So ist aus den 17 sehr bald eine ver­schwo­rene Gemeinschaft geworden, die an den Konfirmandentagen (und nicht nur da !) gemeinsam den Gottesdienst besucht, gekocht, gewutzelt, diskutiert und sich mit Glau­bens­fragen auseinandergesetzt hat.
Uns hat die Zusammenarbeit mit der fröhlichen Schar viel Freude gemacht. Wenn ich „uns“ sage, meine ich damit auch Norbert Flamisch, dem ich herzlich für sein Engagement und seinen Einsatz für die Konfirmanden danke! Er berichtet im Folgenden selber, wie er diesen Kurs erlebt hat.

Vorstellungs-GD & Konfirmation

Nun freuen wir uns auf die Konfir­mation am Ostermontag um 10 Uhr, bei der unsere Lutherkirche sicher aus allen Nähten platzen wird…
Vorher schon laden wir Sie alle herzlich zum Vorstellungsgottesdienst am Sonntag, den 21.3. um 10 Uhr in die Lutherkirche ein, den unsere Konfirmanden mit vorbereiten und sicher für die eine oder andere Überraschung sorgen werden.

Wie es schon Tradition ist, werden unsere nun mündigen Ge­mein­deglieder auch in den Gemein­denachrichten und auf unserer Homepage vorgestellt. Dazu haben wir ihnen Fragen gestellt, die es zu beantworten galt: Was gefällt dir am christlichen Glauben? Welchen Wunsch würdest du gerne erfüllt haben? Eine Geschichte aus der Bibel, die du gerne hast… Etwas, das dir an unserer Gemeinde aufgefallen ist… Wie feierst du deine Konfirmation? Etwas, das du im Konfirmandenunterricht gelernt hast…

Kevin Geist


Eine Ge­schich­te aus der Bibel, die Kevin gut gefällt, ist die Erzählung von David und Goliath, die zeigt, dass Kraft nicht immer Überlegenheit bedeutet.
Im Konfirmandenunterricht hat Kevin gelernt, sich mit Menschen, die er vorher nicht kannte, zu beschäftigen. Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er sich das Ende aller Kriege wünschen.

Verena Zanaschka


Am evangelischen Got­tes­dienst gefällt Verena, dass das Abend­mahl so gefeiert wird, wie es in der Bibel beschrieben ist. Auch das gute, lockere und freundschaftliche Verhalten der Gemeindeglieder ist ihr positiv aufgefallen.
Im Unterricht hat sie gelernt, anderen zu verzeihen und das Positive am Anderen wahrzunehmen.

Michaela Semansky


Ihre Kon­fir­ma­tion feiert Mi­cha­ela zwei­­mal: am Oster­­montag in Österreich und im An­schluss daran mit den Verwandten in Däne­mark. Am christlichen Glauben schätzt sie, dass er sich verändern und wachsen kann. Eine biblische Geschichte, die ihr gut gefällt, ist die Heilung des Gelähmten, die zeigt, dass dessen Freunde trotz seiner Krankheit zu ihm halten und ihn zu Jesus bringen, der ihm hilft.

Stefan Jäger


Stefan wünscht sich eine B.C.Rich Gi­tarre. Ihm ge­fal­len Je­su Er­zäh­lun­­gen und Predigten, weil sie so gut zu verstehen sind. Im Unterricht hat ihm besonders das Thema Taufe gefallen.

Kerstin Tischnofsky


In Unterricht hat Kerstin gelernt, wie viele Sachen eigentlich mit Gott und dem Glauben zu tun haben. Ihre Kon­fir­mation feiert sie zusammen mit ihrem Cousin Karsten in großer Familienrunde. Das ungezwungene Miteinander in der Gemeinde schätzt sie ebenso wie die Geschichte von der Arche Noah, in der Noah selbstlos an die ganzen hilflosen Tiere denkt und sie rettet.

Ines Kilnhofer


Ines freut sich darüber, dass Gott sie auf ihrem Le­bensweg begleitet.
Ihr ist aufgefallen, das in unserer Ge­meinde jeder willkommen geheißen wird. Das spiegelt sich auch im Kon­fir­man­den­unterricht wieder, wo ein guter Zusammenhalt herrscht.
In der Bibel mag sie besonders die Geschichte von Josef und seinen Brüdern aus dem Alten Testament, weil Josef am Ende trotz allem seinen Brüdern vergibt.

Emilio Arancibia-Encina


Emilio bleibt vom Konfirman­den­un­terricht das Rollenspiel zum Thema Schuld und Ver­ant­wor­­tung in Erin­ne­rung – ebenso wie die Ge­schich­te des Pro­phe­ten Jona und dem Wal, die die erste biblische Geschichte war, die er gehört hat. Ihm gefällt am christlichen Glauben die Vorstellung eines liebenden Gottes. An seiner Konfirmation geht die Familie essen und feiert fröhlich miteinander.

Tina Hoffarth


Der familiäre Umgang in der Gemein­de gefällt Tina, und dass man von Gott nicht verurteilt wird, wenn man et­was falsch gemacht hat im Leben.
Aus der Bibel mag sie gerne die Erzählung vom Abendmahl: Obwohl Jesus wusste, dass er bald stirbt, hat er trotzdem seinen Jüngern Mut zugesprochen. Tina wünscht sich für ihre Familie und Freunde Gesundheit.

Benjamin Sydor


Benjamin gefallen die fröhlichen Fa­milien­got­tes­dienste und die Tatsache, dass man sich ein eigenes Bild von Gott machen kann. Er findet gut, dass sich die Konfirmanden im Unterricht angefreundet haben und freut sich schon auf die Konfirmation. Ansonsten ist er wunschlos glücklich.

Julia Stangl


Julia würde ger­ne mit ihren Mitkon­fir­manden auch über die Konfirmation hinaus in Kon­takt bleiben. Sie hat im Unterricht das Glaubenbekenntnis gelernt und sich gefreut, dass immer so viele Leute zu den Gottesdiensten kommen. Sie mag es , wenn der Glaube nicht so streng ist und es nicht so viele Ge- und Verbote gibt.

Isabel Weiher


Isabel hat im Konfirman­den­­unter­richt etwas über die Struk­tur der evangelischen Kirche und den Auf­bau unserer Ge­meinde gelernt, die zwar klein ist, aber durch den Zusammenhalt untereinander etwas bewegen kann. Auch wenn ihr eher die Evolutionstheorie einleuchtet, findet sie es schön, wie in den biblischen Schöpfungsberichten von der Erschaffung der Welt erzählt wird.

Lena Flamisch


Gemeinsam ist es viel lustiger und lernt es sich auch leichter – das hat Lena im Konfirman­den­unter­richt erlebt. Sie findet die Atmosphäre in der Gemeinde entspannt und würde sich überhaupt wünschen, dass alle Menschen freundlicher miteinander umgingen. In der Bibel beeindruckt sie die Geschichte von der Befreiung aus Ägypten, weil man da die Nähe und Unterstützung Gottes spürt.

Julia-Lisa Klaus


Julia ist aufgefallen, dass viele Gemeinde­glie­der beim Got­tesdienst immer auf dem gleichen Platz sitzen. Ihre Lieblingsgeschichte aus der Bibel ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der – obwohl er seinen Vater sehr enttäuscht hat – wieder freundlich zuhause aufgenommen wird. Sie hat die Betreuer beim Unterricht als motiviert und munter erlebt und würde sich wünschen, einmal im Lotto zu gewinnen.

Karsten Schindler


Karsten hat in den Unterrichts­pau­sen seine Fähigkeiten beim Wutzeln verbessert und bei den Gottes­dien­sten festgestellt, dass die älteren Leute lauter singen als die Jüngeren. An Jesus mag er sehr, dass der auch die Außenseiter eingebunden hat, wie man an der Geschichte vom Zöllner Zachäus sehen kann.

Maximilian Fleischmann


Maxi würde später gerne Restaurant­be­sitzer werden. Er hat im Unterricht gelernt, dass unsere Lu­ther­kirche früher einmal eine Synagoge gewesen ist.
Als biblische Geschichte gefällt ihm die Erzählung von der Arche Noahs sehr, und dass Gott nach der Flut ganz neu mit den Menschen anfängt.

Martin Judex


Gut, dass wir Evangeli­schen keine Dogmen und keinen Papst haben, findet Martin. Ihn beeindruckt die Ge­schichte der Heilung des Blinden, der am Straßenrand bettelt und Jesus um Hilfe bitte und sie auch erhält.
Dass Mitarbeiter unserer Gemeinde kranke und auch gefangene Men­schen besuchen – das imponiert ihm.

Alice Ledvina


Viele kleine Hände können Großes vollbringen – dieser An­sicht ist Alice. Das Spannen­de am christlichen Glauben ist für sie, das er uns das ’Nicht-Erklärbare’ näher bringt und das Gefühl vermittelt, auf Gott bauen zu können. Ihre Konfirmation feiert sie mit Verwandten und Freunden in einem Lokal. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie gerne fliegen können.

Ich mache Konfirmandenarbeit ….

  • weil ich selbst in einem evangelischen Jugendclub groß ge­wor­den bin
  • weil ich von dort wich­tige Impulse für mein Leben mitgenommen habe
  • weil ich nun gerne wieder zu den Anfängen zurückkehre
  • weil die Arbeit mit Jugendlichen auch viel Freude bereitet
  • weil es gut ist, auch gefordert zu werden und an seine Grenzen zu stoßen
  • weil ich dort immer wieder unglaubliche Überraschungen erlebe
  • weil es mich stolz macht, jungen Menschen Begleiter auf einem Stück ihres Weges zu sein
  • weil es Spaß macht, mit Christian zusammenzuarbeitenweil den Jugendlichen in unserer Gesellschaft viel zu wenig Lebensraum gelassen wird
  • weil die evangelische Kirche einer dieser selten gewordenen Lebensräume ist, wo sehr unterschiedliche Menschen ohne Eigennutz und Hintergedanken gemeinsames Tun
  • weil für mich gilt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Norbert Flamisch

Gelebte Ökumene in Oberrohrbach


Am Ende der Gebetswoche für die Einheit der Christen wurden wir zur Mitgestaltung eines katholischen Gottesdienstes in die neue Oberrohrbacher Kirche eingeladen: Gemeinsam mit Pfarrer Franz Forsthuber und Pfarrer Christian Brost durfte die evangelische Kantorei die Liturgie mitgestalten. Mit großer Offenheit – für die Franz Forsthuber bekannt ist – wurden wir in die große Schar der Feiernden aufgenommen. Ökumene kann auch so einfach sein, und so selbstverständlich.
Wir erfuhren an diesem Abend in Oberrohrbach, dass Gottes Wort katholische und evangelische Christen anspricht, wenn es mit dem Herzen gehört wird.

Vertrauter Rahmen

Der Ablauf des Gottesdienstes war uns nicht fremd. Es gab zwar kein gemeinsames Psalmgebet, aber wir hörten drei Lesungen.
In der Ersten trug der Priester Esra dem Volk Israel das Gesetz Mose vor: „Und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet.“
In der zweiten Lesung verglich Paulus die Gemeinde mit einem Leib, der viele Glieder hat. Ein Bild, das auch für unsere Ökumene passend ist: „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.“
Und schließlich hörten wir, wie Jesus in der Synagoge aus dem Buch des Propheten Jesaja vorliest und schließlich sagt: “Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.“

Die Predigt

In der Predigt verglich Pfarrer Brost die Situation der Geschwis­terkirchen mit der der Emmausjünger. Traurig und enttäuscht gingen die beiden damals nach Emmaus. Sie glaubten, Jesus am Kreuz verloren zu haben. Aber sie hatten einander. Und in diesem Miteinander machten sie die Erfahrung: Jesus ist bei uns.
So verwandelte sich ihre Traurigkeit in neue Hoffnung und sogar Freude. So wirkt Gottes Geist bis heute in und unter uns. Er kann uns verwandeln, uns verklären, aus dem Kreuz ein Symbol der Hoffnung machen.
Das an alle verteilte Bild der beiden Emmausjünger drückt diese Wandlung aus. Die Beiden – manchmal auch wir! – tragen ihr Kreuz. Beim genauen Hinsehen erkennt man aber, dass die beiden selbst vom Kreuz getragen werden. Und dass Jesus ihnen sehr nahe ist, auch wenn sie ihn für machtlos und fern halten.
Der Prediger betonte dann, dass Gott nicht nur Katholiken oder Evangelische liebt. Gott liebt alle seine Kinder. Unsere Abgren­zun­gen, Ausgrenzungen, Vorurteile und unsere selbstsüchtigen Schlecht­ma­che­reien – all das macht Christus nicht mit. In unserem Bemühen, aufeinander zuzugehen, können wir sicher sein, dass Christus bei uns ist. Dann ist es auch möglich, dass Protestanten und Katholiken zu Zeugen der Liebe Gottes werden.

Gemeinsames Abendmahl

Nach dem Abendmahl, zu dem alle eingeladen waren, und dem von beiden Pfarrern gemeinsam gesprochenen Segen waren wir noch zu einer Agape geladen. Bei liebevoll gerichteten Brötchen und verschiedenen Getränken labten wir uns und konnten noch das eine oder andere Gespräch führen.
Ein herzliches Dankeschön an unsere katholischen Geschwister aus Oberrohrbach für ihre Gast­freund­schaft.
Ein inhaltsreicher Gottesdienst, der einen roten Faden erkennen lässt: das Zuhören. Hören auf Gottes Wort – hören auf die Not des anderen – einander zuhören – aufeinander hören – aufeinander zugehen - ein Hören mit dem Herzen.
Das Zuhören ist Vorraussetzung für jeden Dialog.
Irmi Lenius

Können die Kirchen Europa eine Seele geben?

Unser Bischof, Dr. Michael Bünker hielt am 14.1.21010 in Hollabrunn zu diesem Thema einen Vortrag.
1992 hat Jacques Delors, EU-Kommissionspräsident, eine „Seele für Europa“ ins Gespräch gebracht. Er meinte, dass mit Maastricht das Ende der Ökonomischen Phase der EU erreicht sei und es besonders für die junge Generation wichtig sei, über Sinn und Spiritualität des europäischen „Gebäudes“ nachzudenken und zu diskutieren. Er lud speziell die Kirchen zu diesem Dialog ein.

Was ist Europa?

Ethnische Vielfalt ist eine Tatsache. Europa – geografisch nicht einmal wirklich ein eigener Kontinent – hat eine bewegte Geschichte. Diese, seine kulturelle und religiöse Geschichte begründet, warum wir Europa einen Kontinent nennen.
Den Griechen verdankt Europa den Geist der Philosophie, den Aufbruch zur Wissenschaft, die Offenheit für die Künste. Den Römern verdankt Europa die Stiftung einer Rechtsordnung, den Sinn für politische Einheit und gestaltete Herrschaft. Den Juden schließlich verdankt Europa die Bibel, die prägende Religion, das bestimmende Bild vom Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen. Für die Zukunft hat nur ein Christentum Berechtigung, das sich seiner Herkunft aus dem Judentum bewusst ist.
Faktum 1: Europa ist mit einer zunehmenden Pluralisierung im Zuge des Wachstums der Europäischen Union konfrontiert. 2 Faktoren bestimmen diesen Prozess: zum einen das Zusammenwachsen der unterschiedlichen Ethnien, bzw. unterschiedlichen Nationalitäten und zum anderen die Migration innerhalb der EU und die Asylanten.

Welche Rolle spielt nun die Religion?

Religion hat in der Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Religiös geprägte Menschen sind eher ehrenamtlich tätig, spenden eher, haben somit eine höhere soziale Kompetenz - Eigenschaften, die die Menschenwürde stützen. Die Beachtung der Menschenwürde ist eine grundlegende Voraussetzung des Zusammenlebens unterschiedlicher Menschen, besonders unterschiedlicher Nationalität oder Religion. Jeder demokratisch geführte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selber nicht schaffen kann. Nur auf der festen Basis säkular verankerter Grundrechte, die die Hausordnung in Europa abgeben, sind gegenseitiger Respekt und Anerkennung möglich. Wesentliche Elemente einer solchen Hausordnung sind die universale Geltung der Menschenrechte, politischer Pluralismus, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ohne die religiöse Dimension mancher Probleme des Zusammenlebens und speziell der Integration von Migranten und Migrantinnen übersehen zu wollen, plädiert der Vortragende dafür, Religion nicht zuerst als Teil des Problems zu sehen, sondern genauso gut, ja noch mehr als Teil der Lösung.
Kirchen sind in diesem Spannungsfeld Sinnspender und Wertegeber.
Im Vertrag von Lissabon (Art.17) heißt es: „…. die EU pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihrer Identität und ihres besonderen Beitrags einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog….“. Das bedeutet, Kirchen werden als existent betrachtet, Kirchen stellen sich selbst dar und organisieren sich selbst und Kirchen stehen den politischen Organen gegenüber – auf einer Ebene – und führen einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog. Auf diesem Weg lernen die Kirchen (und müssen noch verstärkt lernen) sich abzustimmen – gemeinsam zu sprechen, damit gemeinsame Ziele leichter erreicht werden können (z.B. Sonntagsruhe).
Dabei ist die „religiöse Landschaft“ Europas sehr vielfältig und bunt. Die meisten europäischen Kirchen haben Jahr für Jahr weniger Mitglieder. Das Vertrauen der Menschen in die religiösen Institutionen ist speziell im Westen Europas gering. Dennoch bekundet eine starke Mehrheit auf dem ganzen Kontinent (rund 75%) die große Bedeutung der religiösen/kirchlichen Begleitung bei den großen Wendepunkten des Lebens wie Geburt, Heirat und Tod. Beinahe 40% der Europäer besuchen Kirchen zu besonderen Anlässen, rund 30% tun dies regelmäßig und etwa ebenso viele tun dies nie. Menschen, die sich selbst ausdrücklich als „atheistisch“ bezeichnen, stellen eine kleine Minderheit in Europa dar. Zu beobachten ist weiters die Spannung von „belonging and believing“, wie es die Religionssoziologin Grace Davie formulierte: Erhebliche Teile der Bevölkerung, die sich selbst für religiös halten, gehören keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft an („believing without belonging“). Andere wiederum nehmen an kirchlichen Angeboten, vor allem im kulturellen Bereich oder im Feld der Bildung teil, ohne sich selbst als religiös zu verstehen („belonging without believing“). Religion und Glaube ist also nicht mehr an die Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Gemeinschaft gebunden. Die Menschen wählen ihre Religion selbst, wobei sie nicht selten die Inhalte ihres Glaubens aus verschiedenen Traditionen beziehen. Daher spricht man von einer „Cafeteria-Religion“ oder einer „Patchwork-Religion.
Faktum 2 in Österreich: Die römisch-katholische Kirche stellt noch den größten Anteil der Gläubigen. Die 2. und am stärksten wachsende Gruppe ist jedoch die ohne religiöses Bekenntnis. An 3. Stelle finden sich die Orthodoxen und die Muslimen.
Faktum 3 ist die europaweit zunehmende Säkularisierung. Jedoch weder der Konsum noch der Kommunismus sind dafür verantwortlich zu machen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind sehr viel komplexer.

Hat Europa eine christliche Seele?

Noch einmal muss man betonen, dass Europa als Wertegemeinschaft sich einer Mehrzahl von Einflüssen verdankt. Mit den Worten von Kardinal Walter Kasper gesagt: “Antiker Humanismus, neuzeitliche Aufklärung und nicht zuletzt das Christentum in seiner byzantinisch/slawisch-orthodoxen, in seiner lateinisch-katholischen wie in seiner reformatorischen Ausprägung haben sich in das geistige und kulturelle Gesicht Europas unauslöschlich eingeprägt.”
Unsere Wurzeln sind in erster Linie christliche und säkulare, aber auch jüdische und islamische.
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sagte anlässlich der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/Hermannstand in Rumänien im September 2008:
„Einer Union, die nur auf ihre geographischen und wirtschaftlichen Dimensionen reduziert wird, mangelt es an Einheit. Nur die Teilhabe an den gemeinsamen Werten kann einem politischen Gebilde wie der EU Gehalt und Form geben…
Kirchen und Religionsgemeinschaften haben die Aufgabe, für besseres gegenseitiges Verständnis und die Förderung der gegenseitigen Achtung innerhalb der gemeinsamen Grundwerte beitragen. Religion ist in zahlreichen Gesellschaften eine immer wichtigere Dimension und Quelle von Werten für den Einzelnen. Sie kann eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Anerkennung anderer Kulturen, Religionen und Lebensstile spielen und eine Harmonie zwischen ihnen schaffen.“ Barroso schließt: „Ich bin sicher, dass Europa auf Ihren Beitrag zählen kann, damit wir die Spaltungen überwinden und die ersehnte Einheit in Vielfalt, oder, wie es im ökumenischen Zusammenhang häufig heißt, die „versöhnte Verschiedenheit“ herstellen können.“
Literaturhinweis: Michael Bünker (Hg.), Evangelische Kirchen und Europa, Evangelischer Presseverband Wien 2006 (mit Beiträgen von Erhard Busek, Heinz Fischer, Ulrich Körtner, Christine Gleixner u.a.)
Irmi Lenius